Zahnfleischbehandlung

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IAI Padotest 4.5 Actisite Periochip Emdogain Atridox

Wir empfehlen allen Patienten einen regelmässigen DH-Recall: eine periodische Sitzung bei der Dentalhygienikerin (DH) oder/und der Prophylaxeassistentin (PA). Der Ablauf dieser Sitzungen ist unterschiedlich und wird nachfolgend beschrieben. Teil der Behandlung ist immer auch eine Kontrolle von Zahnfleisch und Zähnen, so dass diese nicht anlässlich eines weiteren Termins vom Zahnarzt durchgeführt werden.

Angebot bezüglich Zahnfleischbehandlungen

  • DH- und PA-Sitzungen (regelmässige Recall-Sitzungen)
  • Parodontalbehandlungen
  • Bakterienuntersuchungen mittels molekularbiologischer Methoden (IAI Padotest 4.5)
  • Lokale und systemische Behandlungen
  • Parodontalchirurgie (Zahnfleisch Operationen)
  • Regenerative Behandlungen (Wiederaufbau von zahntragenden Anteilen)
  • Ästhetische mikrochirurgische Chirurgie (Rezessionsdeckungen)

Ablauf einer DH Sitzung

  • Feststellung von Veränderungen in allgemeinmedizinischer Hinsicht (Bitte teilen Sie uns allfällig neu aufgetretene Befunde mit!)
  • Erstellung eines Befundes (Taschenmessung etc.)
  • Karieskontrolle, evt. Herstellung von Röntgenaufnahmen
  • Zahnsteinentfernung, Entfernung von Belägen und Verfärbungen
  • Besprechung von Mundhygienemitteln und Gewohnheiten
  • Festlegung des Intervalls zwischen den Sitzungen

Unterschied zwischen PA- und DH-Sitzungen

Die Prophylaxeassistentin (PA) beschränkt sich auf eine Zahnreinigung und Zahnsteinentfernung "oberhalb" des Zahnfleisches (bei den sichtbaren Zahnteilen). Wenn sich Zahnstein auch unterhalb des Zahnfleischrandes gebildet hat, muss er von der Dentalhygienikerin (DH) entfernt werden. Da diese Reinigung naturgemäss tiefer geht, kann sie spürbar schmerzhafter sein als bei einer PA-Sitzung.

Entstehung und Verlauf von Parodontitis

Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates (Zahnfleisch und Kieferknochen). Als Hauptursache gelten verschiedene Bakterien in der Mundhöhle, wobei das Ausmass der Schädigung des Gewebes und Knochens von zahlreichen verschiedenen Faktoren abhängt, die nur zum Teil beeinflussbar sind ("systemische" und "exogene" Risikofaktoren):

Systemische Faktoren:

  • Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Bluthochdruck
  • Genetische Faktoren (Vererbung)
  • Alter

Exogene Faktoren:

  • Rauchen
  • Stress
  • Alkohol
  • Schlechte Mundhygiene

Das Zusammenwirken aller oder einiger dieser Faktoren bestimmen die Reaktion des Körpers sowie das Ausmass der Paradontitis.

Zweck der DH-Behandlung im Zusammenhang mit Parodontitis

Durch die regelmässige Entfernung von Bakterienbelägen und Zahnstein wird der Entzündungsgrad reduziert, so dass die Gewebezerstörung herabgesetzt wird. Zusätzlich soll die individuelle Mitarbeit und Mundhygiene des Patienten optimiert werden.

Generelle Rolle von gesunden Zähnen und Zahnfleisch

Es ist heutzutage erwiesen, dass Allgemeinerkrankungen als Folge eines erkrankten Zahnhalteapparats auftreten können. Bei einigen Erkrankungen ist der Zusammenhang absolut erwiesen, bei vielen besteht die Vermutung und muss noch definitiv nachgewiesen werden:

  • Rheumaerkrankungen (Reaktive Arthritis)
  • Herz-Kreislauf Erkrankungen (Arteriosklerose, Herzinfarkt)
  • Diabetes (Zucker): Kontrolle der Parodontitis ist unabdingbar für eine gute Einstellung des Diabetes
  • Nierenerkrankungen
  • Pneumonien (Lungenentzündungen)
  • Hirnblutungen (Infarkt)
  • Osteoporose

Bei diversen Allgemeinerkrankungen sind genau dieselben Bakterienarten mitverantwortlich wie bei der Parodontitis.

Einfluss von Rauchen auf Parodontitis

Rauchen ist ein wesentlicher Risikofaktor für das Auftreten von Parodontitis. Zigarren und Pfeifen haben den gleichen Einfluss wie Zigaretten. Das Risiko für das Auftreten einer schweren Parodontitis ist bei Rauchern um das Vierfache erhöht. Abstinente Raucher erreichen erst nach 10 Jahren wieder den Risikograd von Nichtrauchern. Die Entzündungszeichen sind bei Rauchern unterdrückt, die unmittelbar schädigenden Folgen sind: Speichelverminderung, geringere Durchblutung des Gewebes, schlechte Wundheilung, schlechte Immunantwort. Nikotin hat zusätzlich einen direkt schädigenden Einfluss auf die Gewebezellen in der Mundhöhle. Bei Parodontitis-Erkrankten, die nicht oder nur schlecht auf zahnärztliche Behandlung ansprechen, sind 90% Raucher. Generelle Empfehlung bei Operationen: mindestens 10 Tage vorher mit Rauchen aufhören - für eine verbesserte Knochenheilung: 8 Wochen vorher aufhören!

Einfluss von Stress auf Parodontitis

Durch Stress werden Enzyme im Körper freigesetzt (Prostaglandine, Proteasen), die den Gewebeabbau fördern. Zusätzlich kommt es zu einer Abwehrschwäche des Immunsystems.

Erklärung von einzelnen Abläufen oder Behandlungsweisen

In unserer Praxis wird im Verlauf von mehreren DH Sitzungen beurteilt:

  • wie die Mitarbeit des Patienten bezüglich Mundhygiene ist.
  • welches die Risikofaktoren des Patienten sind.
  • wie der Patient auf "konventionelle" Behandlungsmethoden reagiert.
  • welches die Hauptprobleme des Patienten sind.
  • wie gross das Interesse an einer weitergehenden Zahnfleischbehandlung ist.

Bei lokal eingegrenzten Problemen können in einer DH-Behandlung die folgenden zusätzlichen Methoden angewendet werden:

  • Actisite
  • Periochip
  • Atridox

Bei weitergehenden oder generellen Problemen wird zuerst eine Analyse der Bakterien mittels IAI Padotest 4.5 vorgenommen:
Im Rahmen von Zahnfleischoperationen kann allenfalls lokal verloren gegangenes Gewebe mittels einer Behandlung mit Emdogain regeneriert werden.